minimalismus - minimalistische alternativ-resonanzminimalismus-challenge bei verderben.org

die 31-tage-minimalismus-challenge

was soll das ganze?

nach den beiden besitz-dezimierungs-aktionen im winter 2011 und sommer 2012 trenne mich weiterhin von gegenständen die ich nicht brauche - diesmal verbunden mit einer kleinen challenge: ich werde im januar 2013 nichts kaufen, das ich mir nicht vom verkauf von dingen, die momentan in meinem besitz sind, leisten kann. das bedeutet: essen, getränke, verkehrsmittel und sonstiger luxus müssen genau davon finanziert werden. die einzigen ausnahmen sind miete, neben- und eventuelle arztkosten.

das ganze liegt einigen zielen zugrunde. der kern-topic ist nach wie vor der weg des minimalismus, den ich seit 2 jahren gehe. dann geht es um das eigentliche experiment: loslassen von dingen die für mich keinen persönlichen wert mehr haben, um im gegensatz dazu mein leben für einen monat zu finanzieren. dann gilt es, herauszufinden inwieweit ich mich konsum-technisch gesehen auf ein minimum konzentrieren kann, wenn es nötig sein sollte.

um der sache eine kleine chance zu geben und im januar nicht komplett bei null anzufangen, habe ich den dezember 2012 als vorlaufzeit um mich meiner dinge zu entledigen.

und?

ich erwarte nichts.
im besten fall wird alles funktionieren, im nicht so besten fall wird jared letho's schatten breiter sein als meiner.
das fazit wird am 31.01.2013 gepostet. der verlauf wird zwischendurch kommentiert.

the game is on.


2012/12/01

facebook ist eine gute sache. innerhalb einer stunde hatten meine 1541u, der mini-tft für meinen c64 und mein amiga600 neue besitzer. mein viel zu teures 10-uhr-ticket für januar ist safe. das war luxus-item #1.

2012/12/02

die gute alte online-auktion ist gestartet. 9 meiner damals heissgeliebten movie maniacs action-figuren warten auf ihre gebote.

2012/12/06

weiter geht's. wer mich und meine eulen-affinität kennt, weint sicher mit mir: 7 eulen-figuren stehen im grossen online-auktionshaus.

2012/12/14

die ersten 6 action-figuren wurden verkauft. auch wenn der erlös dafür lächerlich klein ist - der einkauf im supermarkt für die erste woche ist schonmal gesichert.
anyway, neu im programm: ein paar fast ungetragene biker-boots, mein alter, ausrangierter backup-staubsauger und 5 weitere figuren.

2012/12/26

ffwd. dank perfekt getimeter weihnachtsgrippe hat das projekt hat ungefähr 6 tage stillgestanden. zwischendurch bin ich 75% meiner eulen losgeworden, gleiches für ein paar mehr action-figuren, meine biker-boots und den staubsauger. next up in the list: mein letzter c64-quickjoy, noch mehr action-figuren, cds, eine mittlerweile überschaubare menge an workout-maschinerie.

2013/01/01

nach weihnachten gab es wieder mehr interessenten für meine dinge. mehr action-figuren, eulen und ein paar klamotten sind weg; und diesmal für ungefähr den wert, den ich vorher geschätzt habe. der 2. und vielleicht 3. wocheneinkauf sind mittlerweile auch gesichert.
eine gewisse boutique in mitte hat bald eine action-figur mehr auf dem tresen stehen! danke für den support, und viel spaß damit.
um dem ganzen eins draufzusetzen: die lieben silvestergäste haben auch noch einiges an verzehrbarem material dagelassen. silvester wird ab sofort aus reinem eigennutz an jedem monatsende gefeiert!

2013/01/11

weil's so schön war, hat mich die fiese berlin-grippe gleich nochmal erwischt. der vorteil war: null konsum. der nachteil: erst heute konnte ich mich wieder um den verkauf kümmern. 7 weitere figuren und cds sind im angebot. das momentane tagesbudget sieht im durchschnitt momentan relativ ok aus, davon kann man leben.

2013/01/16

ein kleines zwischenfazit: nachdem ich anfang januar drei machbare wocheneinkäufe ausgerechnet habe, war ich bis jetzt genau einmal einkaufen. auch hier gab es nur die bare essentials - keine specials, keine bio-lüge um das gewissen zu erleichtern. inklusive zwei events liegen die durchschnitts-ausgaben pro tag bei 10€ (fuck you, monatskarte). das liegt ungefähr 3€ unter dem budget, das ich im moment durch die verkäufe meiner ungebrauchten dinge zur verfügung habe. ich habe auf jeden fall einiges gelernt, was die sparsamkeit angeht. brauchen im gegensatz zu wollen - darüber sollte generell mal nachgedacht werden. mir fehlt es zur zeit an nichts.
nach den letzten verkauften dingen war ich in den letzten tagen etwas faul was photo-sessions und den redaktionellen teil der verkaufs-aktion angeht. das liegt höchstwahrscheinlich daran, daß das projekt momentan sehr gut läuft. allerdings ist der monat erst zur hälfte vorbei, die nächsten ausgaben sollten mich dahingehend wieder motivieren.

2013/01/31

das ding ist durch. unterhalb des logs gibt es das fazit.


concludo

wozu war das jetzt gut? war das überhaupt gut? was wäre wenn, und überhaupt?
tcalss: die sache hat sich gelohnt. so sehr sogar, daß ich nach der ersten januar-hälfte in komplette lethargie verfallen bin und mich erst 4 tage vor ende des projektes dazu entschlossen habe, noch mindestens eine sache zu verkaufen.
das wäre wahrscheinlich anders gekommen, hätte ich noch die miete mit hinzugezogen (10€/qm ftw). auf die art wäre ich wahrscheinlich noch im dezember alles losgeworden, inklusive bett und tv. da das allerdings von anfang an keine option war, bin ich froh nicht den sprung in den leeren pool gemacht zu haben.

erfahrungswerte

ich habe bewußt knappheit forciert. ich habe neben der allgemeinen konsumverweigerung bewußt mahlzeiten ausgelassen - nur um im nachhinein herauszufinden, daß essen von allen ausgaben des monats das geringste problem darstellt, wenn man sich auf die einseitigkeit einlässt. siehe: bohnen-affinität von terence hill und bud spencer's diversen dargestellten charakteren.
wie in der auflistung oben schon geschrieben, war ich bis zur mitte des monats einmal einkaufen - das ganze habe ich mit drei weiteren einkäufen gesteigert. insgesamt habe ich ~50€ in supermärkten ausgegeben, verteilt auf 4 wochen. daneben gab es allerdings ausgaben (kohlehydratzufuhr bei tageslicht, events, 2x taxi) die zusammen mit den einkäufen genau 79% der einnahmen ausgemacht haben. wäre ich ab der zweiten hälfte des monats weiterhin so aktiv gewesen, wie anfang dezember, hätte ich es zugunsten der ausgaben sicher auf eine 60/40-ratio bringen können.
eins wurde aber am anfang klargestellt: das projekt gilt als erfolgreich, wenn ich am ende 0,01€ übrig habe. von daher ist die sache bestens gelaufen.
theoretisch könnte ich noch einen teil des februars mitfinanzieren, ich könnte das aber auch sein lassen und mir die teuersten pommes berlins bestellen - mit gold-currypulver.

pro/con

bevor einige familienväter hiervon inspiriert semi-todesmutig zwei monate lang mit macht versuchen ihren kompletten haushalt loszuwerden, nur um sich im endeffekt von dem erlös 'ne stulle leisten zu können: laßt es sein. die sache ist ein unanfechtbares me-thing. konsumverweigerung (auf zeit) funktioniert nur, wenn ihr ungebunden seid. auch wenn euer coolness-ranking enorm steigen wird - frau und kind werden verdammt sauer, und definitiv nicht auf eurer seite sein.


danke

die online-/offline-resonanz auf diese aktion lag nahezu bei 50/50.

-- ronny // 31/01/2013